AUFRUF zur Sammlung vom 1. September bis 31. Dezember 2026
Kriegsgräber mahnen zum Frieden!
Liebe niedersächsische Mitbürgerinnen und Mitbürger!
Es ist 80 Jahre her, dass unser Bundesland gegründet wurde. Vielen Menschen fiel es anfangs schwer, sich mit ihm zu identifizieren. Letztendlich aber ist Niedersachsen eine Erfolgsgeschichte. Die Akzeptanz kam nicht vorrangig über Gewöhnung, sondern über wirtschaftlichen Erfolg, sozialen Zusammenhalt und die Anerkennung verschiedener Herkünfte und Traditionen.
Eine solche Erfolgsgeschichte ist auch die Gedenk- und Erinnerungskultur bei uns in Niedersachsen. Standen zunächst noch die persönliche Trauer und das Gedenken an die „eigenen“ Toten im Vordergrund, weitete sich der Blick mit der einsetzenden Aufarbeitung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Eine besondere Rolle spielten dabei Schulen. Engagierte Lehrkräfte und wissbegierige Jugendliche beschäftigten sich mit der Geschichte ihres Ortes und ermöglichten es oft, dass erstmals über Zwangsarbeit, den Einsatz von KZ-Häftlingen oder über Verbrechen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gesprochen wurde. Dies trug maßgeblich zur Weiterentwicklung unserer Erinnerungskultur bei.
Auch heute sind Schulen wichtige Träger von Erinnerungsarbeit. Häufig arbeiten sie dabei mit den Bildungsreferentinnen und -referenten des Volksbunds zusammen. Sie haben dabei alle Toten von Krieg und Gewaltherrschaft im Blick. Nach wie vor gelingt es im Rahmen von Projekten, Schicksale zu klären und öffentlich zu machen. Auch scheuen die Schulen nicht die Auseinandersetzung mit anspruchsvollen Orten. Dies umfasst die Gedenkstätten und Kriegsgräberstätten vor Ort, aber auch die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten des Volksbundes in den Niederlanden, Frankreich sowie an der polnischen Grenze. Ermöglicht werden viele dieser Bildungsprojekte mit Spenden, die der Volksbund im Rahmen der Haus- und Straßensammlung erhält.
Am 15. November ist Volkstrauertag
Der Volkstrauertag ist eine Einladung an die Menschen in unserem Land, sich der Millionen Toten der Kriege zu erinnern. Mit Ihrem Besuch einer der zahlreichen Gedenkveranstaltungen der Landkreise, Städte und Gemeinden in Niedersachsen können Sie gegen Krieg und Intoleranz und für Demokratie und Menschenrechte eintreten.
Sammlerinnen und Sammler helfen freiwillig
In den Wochen vor und nach dem Volkstrauertag werden Ihnen wieder die freiwilligen Sammlerinnen und Sammler des Volksbundes begegnen. Es sind Junge und Alte, Frauen und Männer, Schülerinnen und Schüler, Soldatinnen und Soldaten oder Reservistinnen und Reservisten der Bundeswehr. Sie bitten Sie um Ihren Beitrag, da der Volksbund seine Arbeit zu mehr als 50 % aus Spenden bestreitet, obwohl er im staatlichen Auftrag arbeitet.
Bitte unterstützen Sie diesen Friedensdienst des Volksbundes durch Ihre Spende. Mit dem Schutz der Kriegsgräber und deren Pflege wird die Menschenwürde jener geachtet, die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurden.
Hannover, im September 2026
Der Niedersächsische Ministerpräsident
Olaf Lies
Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Landesvorsitzender
Grant Hendrik Hendrik Tonne, Wirtschaftsminister